Forschungskolloquium
Schreiben in der europäischen Diaspora. Jüdische Literaturen im deutschsprachigen Raum vom 18. bis 21. Jahrhundert
Die 2017 im Rahmen der PostDoc-Akademie des Selma Stern Zentrums gegründete Arbeitsgruppe hat sich nach Ablauf der Förderphase im Jahr 2022 als selbstständiges Forschungskolloquium verstetigt. Es besteht bis heute unter der Leitung von Andree Michaelis-König fort und ist für alle offen, die an einer Vernetzung im Bereich der jüdischen Literaturstudien interessiert sind.
Im Fokus unserer gemeinsamen Arbeit steht dabei das Schreiben jüdischer Autor*innen in der europäischen Diaspora seit dem 18. Jahrhundert, betrachtet in seinen vielfältigen Formen und Kontexten. Jüdisches Schreiben wird dabei als ein Phänomen angesehen, das in besonderem Maße auf transkultureller Erfahrungs- und Formvielfalt beruht. Aufgrund dieser Eigenschaft kann es als Schlüssel zum Verständnis gesamtgesellschaftlicher kultureller Vorgänge betrachtet werden. Denn solche Vorgänge lassen sich gerade in den Poetiken, Praktiken und Rezeptionsprozessen dieses Schreibens besonders eindringlich analysieren.
Diskutiert werden Neuerscheinungen und Qualifikationsarbeiten (Master, Dissertation und PostDoc) u.a. zu folgenden Schwerpunkten:
Jüdische deutschsprachige Gegenwartsliteratur
Debatten über Vielsprachigkeit
Jüdische deutschsprachige Literatur nach der Shoah und die damit verbundene Erinnerungskultur
Jiddisches und hebräisches Schreiben in Europa
Jüdische Autor*innen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Zentren Europas (z.B. Berlin, Prag, Wien)
Geschlechterrollen und Geschlechterpolitik, sowohl historisch als auch gegenwärtig
Jüdische Autor*innen und Diskurse im 18. und 19. Jahrhundert
Literatur und Kultur der Aufklärung, speziell Lessing und Mendelssohn
Das literaturwissenschaftliche Kolloquium findet in unregelmäßigen Abständen und meist online statt. Dadurch können Forscher*innen an unterschiedlichen Standorten immer auch teilnehmen.
Kontaktieren Sie mit gerne bei Interesse: andree.michaelis-konig@uantwerpen.be
